Reindorf

 

Während die Geschichte zu und über Firmen, die Kaffeebeigaben als Werbemittel einsetzten, recht karg ist, habe ich im Netz ein paar recht informative Sätze über die Firma Reindorf gefunden. Demnach übernahm Rudolf Schwarz 1893 die von seinem Schwiegervater, Wilhelm Paumkirchner, 1866 in Wien gegründete, auf Kaffee, Kaffeesurrogate und Tee spezialisierte Gemischtwarenhandlung. 1917 wurde die Einzelfirma mit der Bezeichnung „Rud. Schwarz" protokolliert. Sie war weiterhin für den Gemischtwarenhandel zugelassen, erzeugte Feigenkaffee und unterhielt eine Kaffeebrennerei, in deren technischer Ausstattung sich der Fortschritt vom ursprünglich händischen Betrieb über den Antrieb durch Pferdegöpel, später durch Gasmotor und elektrische Energie, zuletzt (1960) durch automat. Steuerung mittels Lochkartensystem spiegelt. 1928 wandelte Schwarz die Firma in eine offene Handelsgesellschaft unter Beitritt seines Sohnes, DI Karl Rudolf Schwarz (geb. Wien, 4. 10. 1899; gest. ebenda, 5. 11. 1975), als Gesellschafter um. Sie betrieb die „Reindorf"- Kaffeemittelfabrik und Kaffee-Großrösterei (Mikado-Kaffee), die neben Kaffeesurrogaten auch Kaffeekonserven und Kaffee-Extrakte produzierte. 1934 schied Kommerzialrat Schwarz, der auch Präsident des Verbandes österreichischer Kaffeesurrogate-Fabriken, gerichtlich beeideter Sachverständiger und Schätzmeister für Kaffeesurrogate war, aus der Firma aus, und sein Sohn, der zuvor als Betriebsingenieur und Betriebsleiter in deutschen Lebensmittelfabriken Erfahrungen gesammelt hatte, blieb Alleininhaber der Firma. Er war u. a. beeideter Sachverständiger, Vizepräsident des Verbandes der Kaffeemittelindustrie und Honorarkonsul von Guatemala. 1938 publizierte er eine Schrift über „Das Rösten des Kaffees". Seine Ehefrau, Margarethe Schwarz, geb. Piatnik, Tochter des Spielkartenfabrikanten Ferdinand Piatnik, war 1944–48 als Kommanditistin an der Firma beteiligt und wirkte später als Gesamtprokuristin. 1969 wurde die Einzelfirma „Rud. Schwarz“ im Handelsregister gelöscht und in die „Mikado" Kaffee- und Tee-Import Rud. Schwarz GmbH. eingebracht. Der Seniorchef verstarb bereits 1947. 

Nun aber zu den Kaffeebeigaben. Ich unterteile diese in Figuren, Spielzeug, Geschirr und Fahrzeuge.

Figuren

Am bekanntesten und wohl in jeder Spielzeugkiste in den 60er und 70er Jahren enthalten waren die Elefanten. Es gibt vier verschiedene Typen und eine Unzahl an Variationen.

Variationen gibt es in Bezug auf die Farbe (reinweiß, weiß, beige, gelblich, grau ...) und auf die Kennung (Reindorf Extra - diese kann sich links oder rechts am Bauch befinden). Reindorf Elefanten gibt es - selten - auch mit Pickerl.

Die zweite Figurenserie umfasst je 8 stehende und reitende Ritter, daneben gibt es 6 verschiedene Pferde in den Farben braun, weiß und schwarz. Die stehenden Ritter und die Pferde tragen die Kennung an der Sockelunterseite, meine Reiter haben keine Kennung.

Spielzeug

In diese Rubrik gehören z. B. die Flaschenköpfe, diverse Spiele, das Lineal mit Lupe, ein Jojo, Pfeifchen, Schaufeln ... Es gibt unterschiedliche Kennungen: Heißprägung, mitgegossene Kennung, Pickerl ...

Geschirr

Zu dieser großen Rubrik zählen Häferl, Tassen, Teller, Meßbecher, Eierbecher, Besteck, Siebe, Schaufeln ... Die Kennung ist immer mitgegossen (erhabener oder vertiefter Schriftzug). Es gibt viele Variationen Farbe und Form betreffend. Als Beispiel für diesen Variantenreichtum habe ich das kleine Kaffeehäferl gewählt.

Fahrzeuge

Es gibt Autos (Renn-, Personen-, Lastautos, Zug- und Baufahrzeuge, Traktoren ...), Flugzeuge, Lokomotiven mit Waggons und Schiffe. Wiederum gibt es viele Farb- und Typenvariationen. Die Bilder geben einen kleinen Einblick in diese Vielfalt. Die Kennung ist entweder heiß gebrannt, mitgegossen oder in schwarzer Schrift aufgedruckt. Zuletzt grosse Schiffe mit Reindorf-Pickerl.